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Why Cristo?

Warum Cristo? Nun, das ist eine berechtigte Frage, genauso gut hätte ich wohl über jeden anderen Eishockeyspieler dieser Erde eine deutsche Homepage erstellen können. Okay, sagen wir über jeden anderen Eishockey-Goaltender. Warum ich mich letztendlich für Cristobal Huet entschieden habe, ist aber eigentlich eine sehr leicht zu beantwortende Frage. Es mag sehr kitschig klingen, aber irgendwie trifft es die Antwort doch am genausten: Cristo ist mein Held, mein Ein und Alles, mein Ritter in strahlender Rüstung. Okay, ich neige zu Übertreibungen, aber ich will versuchen das noch näher zu erläutern.

Anfangen muss ich da wohl etwas vor Cristos Zeit in Mannheim. Um genau zu sein, mit der Saison, die vor der jetzigen lag. Für eine Fanseele waren das sehr dunkle Stunden in Mannheim. Die Saison lief nicht wirklich toll, Differenzen zwischen Mannschaft und Trainer, zwischen einzelnen Spieler, letztendlich zwischen Fans und Mannschaft, was jemandem, der sehr an seinem Verein hängt, wirklich alle Freude nehmen kann. So jedenfalls ging es mir. Was dort auf dem Eis manchmal geschehen ist, was auf den Rängen passiert ist, letztendlich was im ganzen Umfeld vor sich gegangen ist, hat dafür gesorgt, dass ich am Eishockey keinen Spaß mehr hatte. Lediglich die Treue zu meinem Verein sorgte damals noch dafür, dass ich weiterhin regelmäßig zu den Spielen ging. Kurz gesagt war das keine schöne Zeit für mich. Ich liebe diesen Sport, aber diese Saison hat wirklich sehr viel an Begeisterung, Tradition und Stolz kaputt gemacht. Wie sehr das einen Eishockeyfan treffen kann, kann wohl nur jemand verstehen, der solch eine Begeisterung teilen kann.

Wie auch immer, nach solch einer Saison war mir jedenfalls die Lust auf Eishockey gründlich vergangen. Mein Funken Hoffnung bestand eigentlich nur noch darin, dass es in der NHL wohl wirklich zu einem Logout führen würde und man somit mehr oder weniger die einmalige Gelegenheit haben würde, einige der weltbesten Spieler sehen zu können.

Ich sollte wohl zu meiner Wenigkeit noch ausführen, dass ich schon immer eine besondere Vorliebe für Torhüter habe. Das war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben. Für mich konnte ein Spiel an und für sich furchtbar unansehnlich sein, solang ich einen guten Goalie in Aktion erleben konnte, ging das in Ordnung. Bevorzugt sollte dieser Goalie natürlich für meine Mannschaft spielen, aber ich kann mich auch an Spiele erinnern, bei denen ein überragender Andrej Trevilov bei der DEG im Tor stand und ich das neidlos anerkennen konnte (auch wenn er einen mit seinen Paraden echt zur Verzweiflung treiben kann). Ich könnte über das Thema Torhüter wohl noch seitenlang hier Monologe halten, aber ich wollte ja erklären, was genau Cristo so wertvoll für mich macht. Nach dieser verkorksten Saison jedenfalls interessierte mich auch nicht wirklich, welche neuen Spieler bei uns auflaufen würden. Lediglich die Torhütertrage beschäftigte mich dann doch, da wir eigentlich zwei ziemlich gute Goalies hatten, beide aber keinen neuen Vertrag erhielten. Unser Manager Markus Kuhl experimentierte dann in aller Seelenruhe und testete einen Goalie nach dem anderen um mehr oder weniger doch wieder alle wegzuschicken. Je näher der Saisonbeginn dann rückte, desto deutlicher hatte ich so eine wahnwitzige Ahnung, dass Herr Kuhl womöglich auf den Logout setzte um einen NHL-Goalie nach Mannheim zu holen. DAS war dann was mich langsam in Hochstimmung versetzte. Denn wenn man wie ich auf Torhüter jeglicher Art sowieso fixiert ist und plötzlich in Aussicht hat einen der besten dieser Welt in Mannheim spielen zu sehen, dann kann einen das nur in Euphorie versetzen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich freilich noch nicht, ob meine Vermutung stimmte (wenn auch sehr viel dafür sprach), geschweige denn wer letztendlich kommen würde. (Am Liebsten wäre mir Martin Brodeur gewesen, aber nun ja, selbst mir war klar, dass das nach den Sternen gegriffen wäre).

Irgendwann war dann klar, dass es letztendlich Cristobal Huet sein würde, den Markus Kuhl an den Neckar gelotst hatte und obwohl Cristobal ja eher noch als Neuling in der NHL zu bezeichnen ist (verglichen mit einem Martin Brodeur mein ich jetzt mal), war meine Saison daraufhin schlagartig gerettet. Meine gute Laune war zurück, meine Vorfreude auf jedes nächste Spiel, meine Begeisterung. Das alles war wieder da und Gott allein weiß wie sehr mir das in der letzten Saison gefehlt hatte. Der Vergleich mit dem Ritter in strahlender Rüstung ist also gar nicht mal so weit hergeholt wie ihr ohne Zweifel sehen könnt.

Cristo legte dann auch mehr oder weniger los wie die Feuerwehr. Statistisch gesehen schaut das zwar nicht so aus, aber bedenkt man, dass zu diesem Zeitpunkt der Saison unsere Verteidiger alles taten außer verteidigen, hat der Mann da hinten echt unglaublich gearbeitet. Es war wirklich die reinste Freude ihm zuzusehen. Und irgendwann dämmerte mir dann, dass mir sein Name doch irgendwie verdammt bekannt vorkam. Ich hatte bisher angenommen, dass das wohl daran lag, dass er eben in der NHL spielt und ich mehr oder weniger jeden Goalie da zumindest schon mal namentlich wahrgenommen habe, aber so ganz wurde ich das Gefühl nicht los, dass mir dieser Name noch von woanders her etwas sagte. Meine Nachforschungen ergaben dann auch recht schnell, dass ich Cristo 2001 in Lugano hab spielen sehen, als wir dort ein Vorbereitungsturnier bestritten haben. Und irgendwie ist das ein verdammt gutes Gefühl, dass ich sagen kann, ich hab den Mann spielen sehen, bevor er in der NHL seinen Durchbruch geschafft hat.

Allein das würde wohl ausreichen, um ihm eine Homepage zu widmen. Doch genauso stark prägte meine Begeisterung wohl, dass er ein sehr netter und sympathischer Spieler ist. Er nimmt sich Zeit für uns manchmal wohl doch sehr nerven könnende Fans und ist dabei sehr höfflich und freundlich. Und das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Mir gefällt seine Einstellung, die kann selbstverständlich auch nur meiner Phantasie entspringen, aber ich glaube fest daran, dass dem nicht so ist. Ich finde es sagt durchaus einiges über den Charakter eines Spieler aus, wenn er bei Benefizspielen zugegen ist, sich von kleinen Lokalsendern interviewen lässt und bei Ehrenrunden grundsätzlich mit dabei ist. (Ich kenne weiß Gott Spieler, die keinesfalls zu den Besten ihrer Position gehören und bei denen das kein bisschen der Fall ist) Doch selbst wenn das alles nicht zutreffen würde, gäbe es zumindest eine Sache, die ohne Zweifel dafür sorgt, dass er einer meiner Lieblingsspieler ist. Cristobal Huet ist nämlich bislang der einzige ausländische Spieler, der ohne Nachfrage meinen Namen hat richtig schreiben können. ^^ (und es ist keinesfalls so, dass mein Name extrem kompliziert wäre, weiß der Himmel, warum andere Spieler sich nie sicher sind).

Ja, soviel zu meiner kleinen Cristobal Huet-Geschichte. Wie ich bereits anfangs sagte, der Mann ist einfach mein Held und das wird er wohl auch auf ewig bleiben, allein wegen der Tatsache, dass ich seinetwegen wieder verdammt viel Spaß habe und auch wenn diese Saison schon wieder sehr durchwachsen läuft, es mir dieses Jahr rein gar nichts ausmacht.

So gesehen bin ich doch ein verdammt umgänglicher Fan, oder? Stell mir einen NHL-Goalie zwischen die Pfosten und alles ist Bestens. *lach*